Hubert Burda Kunst: Pop Art

Mixed-Media-Kunstwerk von Ingeborg Bock-Schroeder: Hubert Burda im Wasser dargestellt als Meeresgottheit mit goldener Krone, Dreizack und Fischschwanz, in Magenta- und Goldtönen bemalt.
Hubert Burda als Meeresgottheit, Mixed Media von Ingeborg Bock-Schroeder

Der Focus Verleger als Mythos

KünstlerinIngeborg Bock-Schroeder
SujetHubert Burda, Verleger und Kunstsammler
TechnikMixed Media: bemalter Fotoabzug mit handschriftlicher Annotation
Entstehungszeitraum1990er Jahre (Angabe aus dem Nachlass der Künstlerin)
ProvenienzOriginal-Negativ und Kunstprint aus dem Familienarchiv

Das Mittelmeer wird zur Bühne der Mythologie: In diesem seltenen Mixed-Media-Werk aus dem Archiv von Ingeborg Bock-Schroeder erscheint der Verleger Hubert Burda nicht als Unternehmer, sondern als Gestalt zwischen Wasser und Legende.


Wer an Hubert Burda denkt, denkt zunächst an den Verleger von Focus und Bunte, an den promovierten Kunsthistoriker, an den Mann hinter der Hubert Burda Media Holding.

Doch Burda wird in dieser Arbeit der Fotokünstlerin Ingeborg Bock-Schroeder zum Objekt der Kunst.

Das Bild verbindet analoge Fotografie aus den 1990er-Jahren mit ausdrucksstarker Übermalung im Pop-Art-Stil. Im Zentrum der Komposition steht der deutsche Verleger und Kunstmäzen Hubert Burda, der inszeniert als mythologische Meeresgottheit durch ein kräftig violettes Gewässer schwimmt.

Medium & Technik

Ausgangspunkt des Werks ist eine analoge Filmfotografie, die zunächst klassisch abgezogen wurde.

Auf diesen Print trug Ingeborg Bock-Schroeder anschließend Farbe sowie handschriftliche Notizen auf, eine Technik, die zwischen Dokumentarfotografie und freier Malerei changiert.

Das Ergebnis ist kein retuschiertes Foto, sondern ein eigenständiges Unikat: analoges Bildmaterial als Trägergrund für eine gemalte, zweite Bildebene.

Mythologische Bildsprache

Burda wird mit den klassischen Attributen einer Meeresgottheit ausgestattet: einer goldenen Krone, einem Dreizack, der die Wasseroberfläche durchbricht, und einem spritzenden Fischschwanz zu seiner Rechten.

Diese Ikonografie zitiert unverkennbar Poseidon-Darstellungen der klassischen Mythologie, überträgt sie aber auf eine reale, zeitgenössische Person, ein Kunstgriff, der Burda humorvoll überhöht, ohne ihn zu verspotten.

Für einen Mann, der als Kunsthistoriker selbst über die Macht von Bildern publizierte, ist das eine doppelbödige künstlerische Geste.

Farbgebung & Pop-Art-Bezug

Die Farbpalette ist bewusst kontrastreich: tiefes Indigo und Violett im Wasser treffen auf leuchtendes Magenta und Pink in den Reflexionen, akzentuiert durch grelles Gold und Weiß in den Spritzern.

Diese Farbdramaturgie steht erkennbar in der Tradition der Pop-Art, jener Bewegung, die auch Andy Warhol prägte und die Burda persönlich nahestand.

Unten links verweisen handschriftliche Notationen sowie ein runder Künstler- bzw. Sammlungsstempel auf den archivarischen, handgefertigten Charakter des Prints.

Die Fotografin: Ingeborg Bock-Schroeder

Ingeborg Bock-Schroeder zählt seit den 1950er Jahren zu den prägenden Stimmen der deutschen Porträtfotografie.

In einer über sechzig Jahre umspannenden Karriere porträtierte sie Persönlichkeiten wie Senta Berger, Hildegard Knef, Udo Jürgens, Maria Furtwängler und Hannelore Elsner, stets mit einem Gespür für das, was hinter dem öffentlichen Bild liegt.

Am 23. April 2026 beging sie ihren 90. Geburtstag; ihr Archiv wird heute von der Familie kuratiert und sukzessive erschlossen, wovon auch das hier gezeigte Werk zeugt.

Hubert Burda und die Kunst: Einordnung

Kunsthistorischer Hintergrund

Hubert Burda promovierte in Kunstgeschichte und prägte gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Gottfried Boehm den Begriff des „Iconic Turn“, die These, dass Bilder in der modernen Gesellschaft eine dem Text ebenbürtige, oft überlegene Bedeutung gewonnen haben.

Dass ausgerechnet der Theoretiker der Bildmacht selbst zum Motiv eines derart bildgewaltigen Kunstwerks wurde, liest sich fast wie eine Pointe seiner eigenen Theorie.

Die Warhol-Freundschaft als belegter Kontext

Burdas Nähe zur Pop-Art ist keine freie Interpretation: Die Freundschaft zwischen Hubert Burda und Andy Warhol ist unabhängig dokumentiert, unter anderem im Essay „Andy Warhol und Hubert Burda“ von Bruno Bischofberger im Sammelband „Hubert Burda: Kunst und Medien“.

Diese belegte Verbindung zur Pop-Art-Bewegung liefert den kunsthistorischen Rahmen, in dem sich das Bock-Schroeder-Werk stimmig verorten lässt, unabhängig von der gesondert zu betrachtenden Provenienz des konkreten Bildes selbst.

Wichtig ist hier die Trennung: Belegt ist Burdas Freundschaft zu Warhol und sein kunsttheoretisches Wirken. Die Umstände der Entstehung dieses spezifischen Bock-Schroeder-Porträts stützen sich dagegen auf die Angaben des Künstlerinnen-Nachlasses.

Provenienz & Archiv

Original-Negativ und Kunstprint dieses Werks befinden sich im Nachlass von Ingeborg Bock-Schroeder und werden von der Familie verwaltet. Die Entstehung in den 1990er Jahren ist eine Angabe des Archivs; eine unabhängige externe Dokumentation dieses konkreten Werks liegt bislang nicht vor. Wir kennzeichnen diese Herkunftsangabe bewusst als Quelle aus erster Hand, dem Familienarchiv, nicht als extern verifizierten Fakt.

Ein Verleger, der die Macht der Bilder theoretisierte, wird selbst zum Bild, gemalt, überhöht, mythologisiert, von der Kamera und dem Pinsel einer Fotografin, die ihn im privaten Moment sah.

Limitierte Edition


Häufig gestellte Fragen

Das hier gezeigte Mixed-Media-Werk stammt von der Fotografin Ingeborg Bock-Schroeder. Original-Negativ und Kunstprint befinden sich im Nachlass der Künstlerin.

Das Werk zeigt den Verleger und Kunstsammler Hubert Burda in einem Pool bzw. Gewässer, dargestellt mit den Attributen einer Meeresgottheit: goldene Krone, Dreizack und ein spritzender Fischschwanz.

Es handelt sich um Mixed Media: Ausgangspunkt ist ein analoges Filmfoto, das abgezogen und anschließend mit Farbe sowie handschriftlichen Annotationen übermalt wurde.

Die Provenienz stützt sich auf Original-Negativ und Kunstprint aus dem Familienarchiv der Künstlerin. Die Entstehung in den 1990er Jahren ist eine Angabe des Nachlasses und bislang nicht durch externe, unabhängige Quellen dokumentiert.
Jans Bock-Schroeder

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Multi Media Verleger, fotografiekunst.com

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